Stadtteile · Guide
Skyline von oben: Wo man Frankfurt am besten sieht
Die Skyline ist Frankfurts Stolz – aber wo sieht man sie am schönsten? Von der Aussichtsplattform über den Hausberg bis zum Holzturm im Wald: ein Guide zu den besten Blicken auf die Türme.
Frankfurt ist stolz auf seine Skyline, und das aus gutem Grund: Keine andere deutsche Stadt versammelt ein vergleichbares Ensemble von Hochhäusern auf so engem Raum. Doch so oft die Türme fotografiert werden – die Frage, wo man sie am schönsten sieht, beantwortet jeder anders. Der eine schwört auf den Blick aus der Höhe, der andere auf die Silhouette vom Flussufer, ein Dritter auf das Panorama vom Weinberg. Dieser Guide führt zu den lohnendsten Aussichtspunkten und verrät, was sie kosten, wann sie geöffnet sind und zu welcher Stunde sich der Weg besonders lohnt.
Ganz oben: der Main Tower
Wer die Skyline nicht von außen, sondern von innen erleben will, hat in Frankfurt nur eine Adresse: den Main Tower an der Neuen Mainzer Straße. Der rund 200 Meter hohe Turm ist das einzige Hochhaus der Stadt mit einer öffentlich zugänglichen Aussichtsplattform. Zwei Schnellaufzüge bringen die Besucher in weniger als einer Minute nach oben, dann folgt ein kurzer Treppenaufstieg – und plötzlich liegt Frankfurt einem zu Füßen: die Türme in Griffweite, der Main als silbernes Band, am Horizont Taunus und Odenwald.
Ganz umsonst ist dieser Blick nicht. Der Eintritt bewegt sich im einstelligen Euro-Bereich, für Erwachsene zuletzt rund neun Euro. Geöffnet ist die Plattform im Sommerhalbjahr täglich bis in die Abendstunden, an Wochenenden länger als unter der Woche; bei Sturm oder Gewitter bleibt sie geschlossen. Wie sich der Besuch anfühlt und worauf man achten sollte, haben wir im Test der Aussichtsplattform beschrieben. Kurz gesagt: Wetterbericht prüfen und die Zeit rund um den Sonnenuntergang wählen.
Das eindrucksvollste Bild der Skyline entsteht nicht oben zwischen den Hochhäusern, sondern aus der Ferne – dort, wo die Türme zur geschlossenen Silhouette zusammenrücken.
Auf Augenhöhe: das Mainufer
Der wohl beliebteste Blick auf die Skyline kostet keinen Cent und liegt ebenerdig: das Mainufer. Von der Sachsenhäuser Seite, etwa rund um den Eisernen Steg, reihen sich die Türme zu einer geschlossenen Silhouette hinter dem Fluss. Das Wasser spiegelt die Lichter, die Brücken rahmen das Bild – kein Wunder, dass hier die meisten Postkartenmotive entstehen. Wer am Schaumainkai entlanggeht, entdeckt vor den Museen zudem immer neue Blickachsen auf die Türme.
Das Schöne am Mainufer ist seine Selbstverständlichkeit. Man muss nichts bezahlen, nichts buchen, sich in keine Schlange stellen. Ein Spaziergang am Wasser, ein Platz auf einer der Treppenstufen, und die Stadt inszeniert sich von selbst. Wer den raueren Gegenentwurf sucht, geht flussaufwärts zum Hafenpark am Osthafen, wo sich die Türme über Gleise und Kräne schieben. Zur blauen Stunde, wenn Himmel und Türme in dasselbe tiefe Blau tauchen, ist der Reiz am größten.
Über der Altstadt: der Domturm
Einen ganz anderen, historischen Vordergrund liefert der Turm des Kaiserdoms. Über 328 Stufen führt die enge Wendeltreppe hinauf zur Aussichtsgalerie in rund 66 Metern Höhe. Von dort schaut man über die roten Dächer der neuen Altstadt und den Römerberg hinweg – und dahinter schieben sich die gläsernen Hochhäuser ins Bild. Kaum ein anderer Standort bringt das alte und das neue Frankfurt so dicht zusammen. Mehr zum Bauwerk steht in unserem Porträt des Kaiserdoms.

Aus der Distanz: Lohrberg und Stadtwald
Wer die Skyline als Ganzes sehen will, gewinnt durch Abstand. Der Lohrberg im Nordosten ist mit rund 185 Metern Frankfurts Hausberg und zugleich sein einziger Weinberg. Dort reihen sich die Türme klein und fern hinter den Rebzeilen auf. Der Kontrast könnte kaum größer sein: im Vordergrund Wein und Streuobstwiesen, dahinter die gläserne Metropole. Mehr über diesen Ort steht in unserer Reportage vom Lohrberg.
Eine ähnliche Fernwirkung bietet der Goetheturm im Stadtwald. Der rund 43 Meter hohe Holzturm, 2017 durch Brandstiftung zerstört und bis 2020 originalgetreu wiederaufgebaut, erhebt sich über die Baumkronen und verbindet Wald und Skyline in einem Bild – und das kostenlos. Von hier wirkt Frankfurt fast klein, ein Cluster aus Türmen am Rand eines grünen Waldmeers. Wie der Wiederaufbau des Holzturms gelang, ist eine Geschichte für sich.
Die richtige Tageszeit
Ein Rat gilt über alle Standorte hinweg: Die Tageszeit macht den Unterschied. Am Mittag wirkt die Skyline oft flach, im grellen Licht verlieren die Türme ihre Tiefe. Magisch wird es erst gegen Abend. Die goldene Stunde vor Sonnenuntergang legt warmes Licht auf die Fassaden, die anschließende blaue Stunde lässt Tausende Fenster aufleuchten.
Wer den richtigen Moment abpasst, wird belohnt – ob von der Plattform, vom Ufer, vom Domturm, vom Weinberg oder aus dem Wald. Am Ende ist es dieselbe Stadt und doch jedes Mal eine andere. Man muss nur wissen, wann man wohin geht.
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