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Zoo Frankfurt oder Opel-Zoo? Der Familien-Test mit Verdikt

Zwei Zoos, eine Familienkasse: Wir haben den Stadtzoo im Ostend und den weitläufigen Opel-Zoo in Kronberg mit Kindern getestet — von der Anreise bis zum Streichelgehege. Am Ende steht ein klares Verdikt, für welchen Tagestyp welches Haus die bessere Wahl ist.

Von Deniz Kaya Aktualisiert am 7 Min. Lesezeit
Kinder stehen an der Glasscheibe der Robbenklippen im Zoo Frankfurt, während ein Seehund als Schatten vorbeizieht.
01Zoo Frankfurt, Robbenklippen, 10:15 Uhr— Nasen an der Scheibe: Ein Seehund zieht als Schatten vorbei, und für eine Minute ist es ganz still.Foto: Zeit Frankfurt

Es ist eine der ältesten Familiendebatten der Region, und sie wird meist am Frühstückstisch entschieden, unter Zeitdruck, mit einem Kind, das schon die Gummistiefel anhat: Zoo Frankfurt oder Opel-Zoo? Beide Häuser haben treue Anhänger, beide kosten Geld und Nerven, und beide sind auf ihre Art sehr gut. Wir haben sie an zwei Tagen mit Kindern getestet — mit denselben Kriterien, denselben Streitpunkten und derselben Familienkasse. Am Ende steht ein Verdikt, das ehrlicher ausfällt als die meisten Empfehlungen: Es hängt davon ab, welchen Tag Sie planen.

Zur Ausgangslage: Der Zoo Frankfurt liegt mitten im Ostend, gegründet 1858 und damit einer der ältesten Zoos Deutschlands, kompakt auf gut elf Hektar. Der Opel-Zoo liegt am Taunushang zwischen Kronberg und Königstein, 1956 vom Sportler und Unternehmer Georg von Opel gegründet, mit rund 27 Hektar mehr als doppelt so groß. Schon diese zwei Zahlen erklären die Hälfte aller Unterschiede.

Die Anreise entscheidet mehr, als man denkt

Beim Stadtzoo ist die Sache in einem Satz erledigt: U6 oder U7 bis zur Station „Zoo", Rolltreppe hoch, über die Straße, drin. Von der Hauptwache sind das keine zehn Minuten, aus fast jedem Stadtteil unter einer halben Stunde — wer das Viertel drumherum kennenlernen will, findet in unserem Ostend-Guide genug Stoff für den Rest des Tages. Note für die Anreise: eine glatte Eins, auch ohne Auto, auch mit Kinderwagen, auch bei Regen.

Der Opel-Zoo verlangt Planung. Mit dem Auto sind es ab Frankfurter Westen etwa 25 Minuten, an schönen Sonntagen füllen sich die Parkplätze allerdings schnell. Mit dem Nahverkehr fährt man Richtung Königstein bis zur Haltestelle direkt am Eingang oder nimmt die S4 bis Kronberg und geht bergauf — machbar, aber mit müden Kindern am Nachmittag eine kleine Prüfung. Immerhin: Die Fahrt ist im Deutschlandticket enthalten, was den Preisunterschied beim Eintritt etwas abfedert. Note für die Anreise: eine Drei, mit Auto eine Zwei.

Beim Eintritt dreht sich das Bild. Der Zoo Frankfurt nimmt für Erwachsene rund 13 Euro, Kinder unter sechs sind frei. Der Opel-Zoo liegt spürbar darüber, und er kassiert schon für Dreijährige — eine vierköpfige Familie zahlt in Kronberg schnell 15 bis 20 Euro mehr für denselben Tag. Wer öfter kommt, sollte in beiden Häusern die Jahreskarte rechnen: Sie amortisiert sich jeweils etwa ab dem dritten Besuch, und mit Kindern im Zoo-Alter sind drei Besuche pro Jahr keine kühne Annahme.

Giraffen in einem weitläufigen Freigehege des Opel-Zoos vor bewaldetem Taunushang, Besucher stehen klein am Zaun im Gegenlicht.
02Opel-Zoo, Kronberg, 12:40 Uhr— Weite statt Nähe: Im Taunus haben die Giraffen einen ganzen Hang für sich — und die Besucher einen weiten Blick.Foto: Zeit Frankfurt

Beim Tiererlebnis stehen Nähe und Weite gegeneinander

Der Zoo Frankfurt ist ein Zoo der kurzen Wege und der großen Nähe. Die Robbenklippen gleich hinter dem Eingang sind ein perfekter Auftakt: Durch die Unterwasserscheibe ziehen die Tiere so dicht vorbei, dass Zweijährige zum ersten Mal begreifen, dass sich hinter Glas etwas Lebendiges bewegt. Das Grzimekhaus mit seiner Dämmerwelt ist an heißen wie an nassen Tagen ein Trumpf, das Exotarium beschäftigt Grundschulkinder eine Stunde am Stück, und im Borgori-Wald sitzt man den Menschenaffen näher gegenüber, als es manchem Erwachsenen geheuer ist. Was fehlt, ist das große Panorama: Elefanten gibt es in Frankfurt seit Langem nicht mehr, und wer Savannengefühl sucht, sucht vergeblich.

Genau das liefert der Opel-Zoo. Die Giraffen stehen dort vor bewaldetem Taunushang in einem Gehege, das eher nach Landschaft als nach Anlage aussieht, und die täglichen Fütterungszeiten, bei denen Besucher unter Aufsicht selbst füttern dürfen, sind für Kinder das, was sie noch Wochen später erzählen. Dazu kommen die Elefanten, die man in Hessen sonst nirgends sieht, Zebras, Gnus und ein Wegenetz, auf dem man auch an vollen Tagen Abschnitte fast für sich hat. Der Preis dafür ist Strecke: Wer alles sehen will, läuft mehrere Kilometer, teils ordentlich bergauf und bergab.

Unsere Teilnoten: Tiererlebnis Frankfurt Zwei, Kronberg Eins — wobei die Frankfurter Nähe für sehr kleine Kinder mehr wert ist als jede Weite. Ein Dreijähriger hat von der Scheibe an den Robbenklippen mehr als von einer Giraffe in fünfzig Metern Entfernung.

Ein Wort zur Dramaturgie, denn sie entscheidet über die Stimmung am Nachmittag: Beide Zoos veröffentlichen ihre Fütterungs- und Kommentierungszeiten, und wer den Tag um zwei, drei dieser Termine herum baut, bekommt die Tiere aktiv statt dösend zu sehen. In Kronberg ist die Giraffenfütterung der natürliche Höhepunkt, auf den man hinlaufen kann; in Frankfurt übernehmen die Robben diese Rolle. Der zweite Baustein ist die Reihenfolge: In beiden Häusern lohnt es, mit dem entferntesten Punkt zu beginnen und sich zum Ausgang zurückzuarbeiten — müde Kinder auf dem Rückweg noch einmal quer durch den halben Zoo zu tragen, ist eine Erfahrung, die niemand zweimal braucht.

Der Zoo Frankfurt ist ein Nachmittag, der Opel-Zoo ist ein Tagwerk — wer das vorher weiß, hat schon gewonnen.

Spielplätze, Essen, Kinderwagen: Der Alltag entscheidet den Test

Familien wissen: Über das Gelingen eines Zootags entscheiden nicht die Tiere, sondern die Infrastruktur. Beim Thema Spielplätze ist der Opel-Zoo eine eigene Liga — die Spielanlagen sind groß, verteilt und so gebaut, dass Eltern daneben tatsächlich sitzen können. Rechnen Sie hier eine volle Stunde ein, mindestens. Der Zoo Frankfurt hält dagegen mit kleineren, aber gepflegten Spielflächen, die als Etappenziele zwischen den Tierhäusern gut funktionieren. Das Streichelgehege gibt es in beiden Häusern; in Kronberg ist es weitläufiger, in Frankfurt dafür seltener überlaufen.

Eine Kinderhand füttert im Streichelgehege eine Ziege, aufgenommen in Nahaufnahme im weichen Nachmittagslicht.
03Opel-Zoo, Streichelgehege, 15:05 Uhr— Der Moment, für den sich jede Anfahrt lohnt: eine Handvoll Futter, eine geduldige Ziege.Foto: Zeit Frankfurt

Beim Essen gewinnt, wer vorsorgt. Beide Zoos erlauben mitgebrachte Verpflegung, und in beiden ist das Picknick die wirtschaftlich vernünftige Wahl: Die Gastronomie ist in Ordnung, aber auf Ausflugsziel-Preisniveau. Der Opel-Zoo bietet mit seinen Wiesen und Bänken am Hang die schöneren Picknickplätze, der Frankfurter Zoo die kürzeren Wege zum nächsten Kaffee. Wer in Kronberg schwach wird, sollte das Budget entsprechend planen — mit Eis, Pommes und Futter für die Fütterungen läppert sich ein Familientag dort schnell auf das Doppelte des Eintritts.

Und der Kinderwagen-Test? Frankfurt: flach, asphaltiert oder fest, jederzeit problemlos — Note Eins. Kronberg: gut ausgebaut, aber mit ordentlichen Steigungen und einigen Schotterpassagen; wer schieben muss, merkt den Taunus in den Waden — Note Drei. Umgekehrt gilt: Für Kinder, die selbst laufen und Auslauf brauchen, ist genau dieses Gelände der größte Vorzug des Opel-Zoos.

Bleibt das Wetter, der große Unberechenbare jedes Familienplans. Hier hat der Stadtzoo einen strukturellen Vorteil, den man erst im Nieselregen zu schätzen lernt: Grzimekhaus, Exotarium und die Tierhäuser bilden eine Schlechtwetterroute, mit der sich zwei, drei Stunden komplett im Trockenen verbringen lassen. Der Opel-Zoo ist dagegen ein Freiluftversprechen — bei Regen bleibt außer dem Elefantenhaus wenig Schutz, und der Hang wird rutschig. Im Hochsommer kehrt sich das teilweise um: Am Taunushang weht fast immer ein Lüftchen, während der Stadtzoo an heißen Tagen früh kommt oder spät geht, wer es angenehm haben will. Faustregel: unsicherer Himmel spricht für Frankfurt, ein stabiler Tag für Kronberg.

Das Verdikt fällt nach Tagestyp aus, nicht nach Zoo

Nach zwei Testtagen, vier müden Kinderbeinen und zwei geleerten Thermoskannen ist das Ergebnis eindeutig uneindeutig — und genau darin liegt die brauchbare Antwort. Der Zoo Frankfurt ist der perfekte Halbtagszoo: spontan erreichbar, überschaubar, dicht dran an den Tieren, ideal für die Jahreskarte und den Mittwochnachmittag. Der Opel-Zoo ist der Ausflug mit Vorlauf: mehr Fläche, mehr Erlebnis, mehr Aufwand, und als Tagesprogramm kaum zu schlagen. Wer beides klug kombiniert — Stadtzoo im Alltag, Taunuszoo als Ferienhöhepunkt —, macht ohnehin alles richtig. Weitere erprobte Ziele für die Ferienwochen haben wir in unseren zwölf Familienausflügen rund um Frankfurt versammelt.

Zur Ehrlichkeit gehört auch die Kostenrechnung über das Jahr. Wer nur einmal jährlich in den Zoo geht, kann diesen Absatz überspringen; für alle anderen ist die Jahreskarte die eigentliche Preisfrage. Eine Familie, die dreimal im Jahr kommt, fährt mit ihr in beiden Häusern bereits günstiger — und sie verändert nebenbei den Charakter der Besuche: Aus dem Großereignis mit Vollständigkeitsdruck wird der entspannte Zwei-Stunden-Besuch nach der Kita, bei dem es völlig in Ordnung ist, nur die Robben und den Spielplatz zu sehen. Gerade der kompakte Stadtzoo ist für dieses Besuchsmuster wie gemacht.

Eltern schieben einen Kinderwagen eine baumgesäumte Allee im Zoo entlang, von hinten im warmen Abendlicht fotografiert.
04Zoo Frankfurt, Hauptallee, 17:50 Uhr— Kurz vor Schluss gehört die Allee den Familien, die es nicht eilig haben.Foto: Zeit Frankfurt

Am Ende unseres Frankfurter Testtags, kurz vor Toresschluss auf der Hauptallee, brachte es das ältere Testkind übrigens ungefragt auf den Punkt: „Können wir morgen in den anderen?" Mehr Verdikt braucht es eigentlich nicht.

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