Guide · Getestet

Mit Bahn, Bus oder Taxi zum Terminal 3: Drei Wege im Test

Wie kommt man am besten zum neuen Terminal 3? Wir haben drei Wege ab Hauptbahnhof getestet: S-Bahn plus Sky-Line-Bahn, das eigene Auto ins neue Parkhaus und das Taxi bis zur Vorfahrt. Mit Fahrzeiten, Kosten und einem klaren Verdikt.

Von Deniz Kaya 7 Min. Lesezeit
Einfahrende S-Bahn am unterirdischen Flughafen-Regionalbahnhof, wartende Pendler von hinten auf dem Bahnsteig.
01Flughafen-Regionalbahnhof, 7:35 Uhr— Einfahrende S-Bahn, wartende Pendler: Für die meisten beginnt der Weg zum neuen Terminal hier — eine Etage tiefer als gedacht.Foto: Zeit Frankfurt

Seit dem Frühjahr hat der Frankfurter Flughafen ein neues Terminal — und die Stadt eine neue Alltagsfrage: Wie kommt man da eigentlich hin? Terminal 3 liegt im Süden des Flughafengeländes, auf der anderen Seite der Start- und Landebahnen, und hat keinen eigenen Bahnanschluss. Wir haben deshalb an drei Werktagen die drei naheliegendsten Wege ab Hauptbahnhof ausprobiert: die S-Bahn mit Umstieg in die verlängerte Sky-Line-Bahn, das eigene Auto ins neue Parkhaus und das Taxi bis zur Vorfahrt. Gemessen haben wir Fahrzeit von Bahnsteig beziehungsweise Haustür bis in die Abflughalle, Kosten, Umsteigestress — und die Frage, wie sich das Ganze mit zwei Koffern anfühlt.

Vorweg eine Einordnung für alle, die das neue Haus noch nicht kennen: Was sich am Flughafen mit der Eröffnung grundsätzlich geändert hat, vom Airline-Umzug bis zur geschlossenen Zwischenzeit von Terminal 2, haben wir in einem eigenen Überblick zum Terminal 3 zusammengefasst. Hier geht es allein um den Weg.

Weg eins: Die S-Bahn braucht einen Umstieg — und belohnt ihn

7:31 Uhr, Hauptbahnhof, Tiefbahnhof. Die S8 Richtung Wiesbaden ist pünktlich, der Wagen halb voll mit einer Mischung aus Kofferreisenden und Flughafenpersonal. Elf Minuten später hält der Zug im Regionalbahnhof unter dem Terminal 1 — und hier beginnt der Teil, den man einmal gemacht haben muss. Der Weg zur Sky-Line-Bahn ist ausgeschildert, führt aber über Rolltreppen und einen längeren Gang durchs Terminal; wer zügig geht, steht nach acht bis zehn Minuten an der Station, mit Gepäck und Orientierungspausen eher nach einer Viertelstunde. Die Bahn selbst ist dann die Belohnung: fahrerlos, kostenlos, dichter Takt, und wer vorne einsteigt, bekommt eine kleine Panoramafahrt über das Vorfeld gratis dazu.

Blick durch die Frontscheibe der fahrerlosen Sky-Line-Bahn auf die Trasse Richtung Terminal 3, das Rollfeld liegt im Gegenlicht.
02Sky-Line-Bahn, Richtung Terminal 3, 8:05 Uhr— Vorne sitzen lohnt sich: Die fahrerlose Bahn gibt den Blick auf Trasse und Vorfeld frei.Foto: Zeit Frankfurt

Um 8:12 Uhr stehen wir in der Abflughalle von Terminal 3 — gut 40 Minuten nach Abfahrt am Hauptbahnhof, inklusive aller Fußwege. Gekostet hat das eine RMV-Einzelfahrt; der Flughafen ist ein eigenes Tarifgebiet, das Deutschlandticket gilt selbstverständlich auch. Wie die Zonenlogik des Verbunds funktioniert und welches Ticket Sie wann brauchen, erklärt unser RMV-Grundlagen-Guide. Der Stressfaktor dieser Variante ist ehrlich benannt der Umstieg: nicht schwierig, aber beim ersten Mal unübersichtlich. Beim zweiten Mal ist er Routine. Gepäcktauglichkeit: gut, alle Wege sind stufenfrei mit Rolltreppen und Aufzügen — nur lang.

Zwei Einschränkungen gehören zur Wahrheit dieser Variante. Erstens die Taktlage am sehr frühen Morgen: Wer einen Abflug gegen sechs Uhr erwischen muss, sollte die erste brauchbare Verbindung am Vorabend heraussuchen und prüfen, ob sie mit dem empfohlenen Puffer noch aufgeht — die Nachtstunden sind die Achillesferse jeder Bahnanreise. Zweitens die Störanfälligkeit des S-Bahn-Tunnels: Fällt er aus, hilft der Regionalzug ab Hauptbahnhof, der den Flughafen ebenfalls anfährt, oft schneller als jedes Warten auf die Ersatzansage. Wer beides im Hinterkopf hat, ist mit der Schiene auch zu Randzeiten gut bedient.

Weg zwei: Das Auto ist so gut wie sein gebuchter Parkplatz

Tags darauf, 7:20 Uhr, dieselbe Zieladresse, diesmal im Auto. Die Anfahrt ist erfreulich unkompliziert: Über die A5 ist Terminal 3 eigens ausgeschildert, die neue Anbindung führt ohne Stadtverkehr fast bis vor die Schranke, und das Navi kennt „Frankfurt Flughafen Terminal 3" inzwischen zuverlässig. Reine Fahrzeit ab Hauptbahnhof an diesem Morgen: 24 Minuten. Auf dem Rückweg am Nachmittag, mit stockendem Verkehr am Frankfurter Kreuz, wären es eher 40 gewesen — das ist die erste Schwäche dieser Variante: Sie erbt jede Launenhaftigkeit der Autobahn.

Die zweite Schwäche ist der Preis, und der hängt fast vollständig davon ab, ob Sie vorausgedacht haben. Im direkt angedockten Parkhaus ist der Weg in die Halle kurz und bequem — wer seinen Stellplatz Wochen vorher online bucht, zahlt dafür einen Bruchteil des Schrankentarifs, der spontane Vielparker dagegen Kurs Business-Class. Die Details, von Frühbucherlogik bis zu externen Anbietern mit Shuttle, haben wir in unserem großen Park-Vergleich am Flughafen aufgeschrieben. Für den Test festgehalten: Fahrzeit plus Parken plus Fußweg summierten sich auf rund 35 Minuten — schneller als die Bahn, aber nur, wenn nichts dazwischenkommt. Gepäcktauglichkeit: die beste der drei Varianten, vom Kofferraum bis zum Check-in sind es wenige Hundert Meter.

Eine Hand am Griff eines Rollkoffers in einem langen Verbindungsgang des Flughafens, warmes Kunstlicht, Person von hinten.
03Verbindungsgang, Terminal 1, 8:52 Uhr— Die ehrliche Einheit dieser Strecke ist nicht der Kilometer, sondern der Rollkoffer-Meter.Foto: Zeit Frankfurt

Und der Bus? Eine ehrliche Randnotiz

Der Vollständigkeit halber haben wir auch die Buslage geprüft, denn sie sorgt für Verwirrung: Ja, es fahren Linienbusse zum Flughafen — aber sie steuern den alten Zentralbereich um Terminal 1 an, dazu das Bürostadtquartier Gateway Gardens. Eine direkte, schnelle Stadtbuslinie vom Hauptbahnhof zum Terminal 3 gibt es derzeit nicht; wer mit dem Bus anreist, steigt also am Terminal 1 in die Sky-Line-Bahn um und ist damit fast immer langsamer als mit der S-Bahn. Sinn ergibt der Bus vor allem für Anwohner der südlichen Stadtteile und der Nachbarkommunen, deren Linien ohnehin am Flughafen enden. Für alle anderen gilt: Der Bus ist hier keine dritte Option, sondern ein Umweg mit Sitzplatz.

Weg drei: Das Taxi kauft Zeit — zum entsprechenden Kurs

Der dritte Versuch, wieder ein Werktag, diesmal am frühen Abend gegen die Hauptverkehrszeit. Am Taxistand vor dem Hauptbahnhof nennt der Fahrer das Ziel ohne Nachfrage-Zögern — Terminal 3 hat sich im Gewerbe herumgesprochen. Die Fahrt über die A5 dauert gut 25 Minuten, das Taxameter bleibt am Ende knapp unter 50 Euro stehen, Abend- und Verkehrslage eingerechnet; je nach Route und Tageszeit kann es auch etwas darunter oder darüber liegen. Dafür gibt es die einzige echte Tür-zu-Tür-Lösung dieses Tests: einsteigen, aussteigen, Vorfahrt, Halle. Kein Umstieg, kein Parkhaus, keine Rolltreppen-Odyssee mit dem Koffer.

Ob das den Preis wert ist, ist eine Rechenaufgabe mit klaren Fällen: Wer allein reist und Zeit hat, zahlt das Zehnfache der S-Bahn für zwanzig gesparte Minuten — schwer zu rechtfertigen. Wer zu dritt mit Familiengepäck zum Flieger um 6:10 Uhr muss, wenn die erste S-Bahn knapp wird und niemand um vier Uhr morgens Umsteigepuffer optimieren will, für den ist das Taxi schlicht die vernünftigste Option. Dazwischen liegt die Grauzone, in der Fahrdienste und Sammeltaxis je nach Tageszeit den Ausschlag geben.

Das neue Terminal liegt nicht weiter weg als das alte — es fühlt sich nur so an, solange die Routine fehlt.

Der unterschätzte vierte Weg: der Umstieg innerhalb des Flughafens

Ein Sonderfall gehört in jeden ehrlichen Test, weil er täglich Tausende betrifft: Sie kommen in Terminal 1 an — mit dem ICE am Fernbahnhof oder mit einem Zubringerflug — und müssen zum Weiterflug nach Terminal 3. Dieser Weg führt ausschließlich über die Sky-Line-Bahn, und er ist länger, als die Minutenangabe der Bahn suggeriert, weil an beiden Enden Fußstrecken und gegebenenfalls eine erneute Sicherheitskontrolle warten. Unsere Messung vom ICE-Bahnsteig bis zur Kontrollspur in Terminal 3: gut 35 Minuten in ruhigem Tempo. Die Faustregel, die sich daraus ergibt: Behandeln Sie den Terminalwechsel wie einen eigenen Flugabschnitt und planen Sie 60 bis 90 Minuten ein — bei knapperen Anschlüssen entscheidet nicht Ihre Fitness, sondern die Schlange an der Kontrolle.

Bleibt die Gesamtschau. Alle drei Wege funktionieren, keiner ist eine Zumutung, und das ist nach den Anlaufwochen des neuen Terminals keine Selbstverständlichkeit. Der Unterschied liegt nicht in der Machbarkeit, sondern im Profil: Die Bahn ist die Vernunft, das Auto die Bequemlichkeit mit Vorlauf, das Taxi der erkaufte Schlaf. Was davon zu Ihnen passt, hängt weniger vom Terminal ab als von Ihrem Flug — und von der Frage, wie viel Ihnen eine Stunde Morgenschlaf wert ist.

Taxis in Reihe an der Terminalvorfahrt, die Bremslichter leuchten in der Abenddämmerung.
04Terminal 3, Vorfahrt, 18:20 Uhr— Die teuerste der drei Varianten wartet schon: Taxireihe an der neuen Vorfahrt.Foto: Zeit Frankfurt

Als wir am Abend an der Vorfahrt stehen und die Taxireihe in der Dämmerung leuchten sehen, ist die wichtigste Erkenntnis dieses Tests längst gefallen, und sie ist beruhigend banal: Terminal 3 liegt nicht weiter weg als das alte Terminal — es liegt nur woanders. Nach der zweiten Fahrt ist der Weg Routine, nach der dritten haben Sie eine Meinung zur besten Sitzreihe in der Sky-Line-Bahn. Frankfurt hat schon ganz andere Umgewöhnungen geschafft.

Mehr aus Guide

Alle Artikel →