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Zwölf Familienausflüge für die Sommerferien rund um Frankfurt

Sechs Wochen Sommerferien wollen gefüllt werden: zwölf erprobte Ausflüge für Familien in Stadt und Umland — vom Hessenpark über das Brentanobad bis zur Radtour an der Nidda. Mit Anreise, Kosten für vier und der besten Uhrzeit gegen den Andrang.

Von Deniz Kaya Aktualisiert am 7 Min. Lesezeit
Kinder rennen über eine Sommerwiese auf die historischen Fachwerkhäuser des Freilichtmuseums Hessenpark zu.
01Hessenpark, Neu-Anspach, 10:30 Uhr— Anlauf nehmen auf vier Jahrhunderte: Im Freilichtmuseum dürfen Kinder Geschichte einfach überrennen.Foto: Zeit Frankfurt

Sechs Wochen Sommerferien sind ein Versprechen und eine Drohung zugleich: so viel Zeit, so viele Erwartungen, so schnell erschöpfte Ideen. Dabei liegt um Frankfurt herum eine Ausflugslandschaft, die von Fachwerk bis Dinosaurier, von Wildschwein bis Wasserrutsche fast alles bereithält — vieles davon eine halbe Stunde entfernt, manches gratis. Wir haben zwölf Ziele gesammelt, die sich mit Kindern bewährt haben, und zu jedem notiert, was Familien wirklich wissen wollen: Wie kommt man hin, was kostet es für vier, und wann ist es am leersten?

Die Liste ist bewusst nach Tagestypen sortiert statt nach Himmelsrichtungen: Taunusziele für die großen Unternehmungen, Wasser für die heißen Wochen, Tiere für die Tage dazwischen, Museen für den Regen. So lässt sich morgens beim Frühstück in einer Minute entscheiden — ein Blick aus dem Fenster, ein Blick auf die Tagesform der Kinder, fertig. Und weil Ferienbudgets endlich sind, wechseln sich teurere Ziele und Gratisziele bewusst ab: Kein Kind braucht sechs Wochen Programm auf Freizeitpark-Niveau.

Hinaus in den Taunus: Zeitreisen, Tiere, Traktoren

1. Freilichtmuseum Hessenpark, Neu-Anspach. Hundert wiederaufgebaute historische Gebäude, Handwerksvorführungen, alte Haustierrassen und viel Platz zum Rennen: Der Hessenpark ist Geschichtsunterricht, der sich wie ein Dorffest anfühlt. Anreise mit der Taunusbahn bis Neu-Anspach und kurzem Busanschluss oder mit dem Auto in gut 30 Minuten. Kosten für vier: rund 25 Euro, Kinder sind günstig dabei. Beste Zeit: gleich zur Öffnung — die Vorführungen am Vormittag sind die schönsten.

2. Freizeitpark Lochmühle, Wehrheim. Kein Hochglanz-Vergnügungspark, sondern ein Bauernhof mit Fahrgeschäften, bei dem Kinder zwischen Trampolin und Traktorbahn frei laufen können. Die Taunusbahn hält an der Station Saalburg/Lochmühle praktisch vor dem Tor. Kosten für vier: um die 70 Euro — dafür sind drinnen fast alle Attraktionen frei. Beste Zeit: unter der Woche; samstags wird es ab elf voll.

3. Zoo-Tag in Stadt oder Taunus. Der Klassiker, der nie ausfällt: der Zoo Frankfurt im Ostend für den halben Tag, der Opel-Zoo in Kronberg mit Giraffenfütterung und Elefanten für den ganzen. Welcher wann die bessere Wahl ist, klärt unser großer Familien-Test mit Verdikt. Beste Zeit in beiden: die erste Stunde nach Öffnung, wenn die Tiere munter und die Wege leer sind.

4. Großer Feldberg mit Falknerei. Der höchste Taunusgipfel ist mit dem Auto oder Bus erstaunlich bequem erreichbar, oben warten Aussichtsplateau, kurze Wanderwege in Kinderlänge — und die Falknerei mit ihren Flugvorführungen, bei denen Greifvögel knapp über die Köpfe streichen. Für Stadtkinder ist schon die Serpentinenfahrt hinauf ein halbes Abenteuer, und oben ist es an Hitzetagen spürbar kühler als unten am Main. Kosten für vier: unter 25 Euro plus Anfahrt. Beste Zeit: klare Tage mit Fernsicht, Vorführungszeiten vorher prüfen.

Wasser marsch: Für die heißen Wochen

Weite Wasserfläche eines großen Freibadbeckens mit Schwimmern als kleinen Punkten, hohe Bäume säumen den Beckenrand.
02Brentanobad, Rödelheim, 11:45 Uhr— Mehr See als Becken: Im Brentanobad verteilt sich selbst ein voller Ferientag erstaunlich gut.Foto: Zeit Frankfurt

5. Brentanobad, Rödelheim. Eines der größten Freibäder des Landes: ein riesiges Becken, dazu eine Liegewiese, auf der sich auch ein Hitzesonntag verläuft, alter Baumbestand als natürlicher Sonnenschirm — und genug Platz, dass niemand um Handtuchbreiten streiten muss. Anreise mit der S-Bahn nach Rödelheim und zehn Minuten Fußweg. Kosten für vier: unter 20 Euro. Beste Zeit: vor elf oder nach 16 Uhr; die Mittagsstunden gehören den Geduldigen. Weitere Abkühlungsideen versammelt unsere Liste der kühlen Orte für heiße Tage.

6. Radtour entlang der Nidda. Der Uferweg ist flach, autofrei und gespickt mit Spielplätzen, Wasserhäuschen und Einkehr — ideal für Kinder, die gerade sicher fahren. Die schönste Familienetappe führt von Bonames flussabwärts Richtung Rödelheim, mit Abkühlung im Brentanobad oder im Freibad Hausen an der Strecke. Kosten: null bis Eisbuden-Niveau. Beste Zeit: der frühe Abend, wenn die Hitze bricht und das Licht golden wird.

7. Wasserspielplatz im Günthersburgpark. Der Frankfurter Ferienklassiker für die ganz Kleinen: Wasserfontänen, Matschzone, Wiese, Schatten — und alles kostenlos mitten im Nordend. Für Eltern gibt es Cafés am Parkrand, für Geschwister den großen Spielplatz nebenan. Anreise mit der Straßenbahn, Handtücher und Wechselkleidung nicht vergessen. Beste Zeit: vormittags; nachmittags teilt man die Fontänen mit dem halben Stadtteil.

8. Mainrundfahrt ab Eisernem Steg. Eine Stunde Schiff ist für Kinder ein Abenteuer und für Eltern eine Pause: Die Rundfahrten der Ausflugsschiffe starten am Eisernen Steg und zeigen Skyline, Brücken und Hafenkräne aus der Froschperspektive. Wer mehr Zeit hat, nimmt statt der Runde eine längere Fahrt flussaufwärts und kombiniert sie mit einem Spaziergang am anderen Ufer zurück. Kosten für vier: um die 35 Euro. Beste Zeit: die erste Fahrt des Tages, solange die Plätze an der Reling frei sind.

Der beste Ferientag ist selten der teuerste — er ist der, an dem niemand auf die Uhr geschaut hat.

Wald und Wiese: Tiere vor der Haustür

9. StadtWaldHaus mit Fasanerie, Frankfurter Stadtwald. Das unterschätzteste Gratisziel der Stadt: Wildschweine, Hirsche und Greifvögel in der Fasanerie, dazu ein Infozentrum mit Turm und Waldspielplatz — erreichbar mit der Straßenbahn Richtung Neu-Isenburg bis Oberschweinstiege und einem kurzen Waldspaziergang. Kosten: keine. Beste Zeit: der späte Nachmittag, wenn die Tiere gefüttert werden und der Wald kühl bleibt.

10. Wildpark Alte Fasanerie, Hanau. Wölfe, Luchse, Wisente und ein Streichelbereich, dazu schattige Wege durch alten Wald, die auch mit Kinderwagen und an heißen Tagen gut funktionieren: Der Wildpark bei Klein-Auheim ist der große Bruder des StadtWaldHauses. Anreise mit der S-Bahn nach Hanau und Busanschluss oder mit dem Auto in einer halben Stunde. Kosten für vier: rund 20 Euro. Beste Zeit: zur Wolfsfütterung — Termine vorab auf der Website prüfen.

Für Regentage: Dinos, Experimente, Staunen

Ein Kind steht von hinten vor einem riesigen Dinosaurierskelett im Museum, warmes Oberlicht fällt herab, Hochformat.
03Senckenberg Naturmuseum, 14:20 Uhr— Der verlässlichste Regentag der Stadt: Vor dem Dino wird jedes Ferienkind wieder klein.Foto: Zeit Frankfurt

11. Senckenberg Naturmuseum. Der Tyrannosaurus im Lichthof ist seit Generationen die verlässlichste Frankfurter Antwort auf schlechtes Wetter — dazu Wale, Anakonda und die berühmten Dioramen, vor denen schon die Großeltern der heutigen Ferienkinder standen. Anreise mit der U-Bahn zur Bockenheimer Warte. Kosten für vier: rund 30 Euro. Beste Zeit: werktags ab 14 Uhr, wenn die Ferienprogramm-Gruppen abziehen. Wie der Besuch mit kleinen Kindern entspannt gelingt, steht in unserem Senckenberg-Guide.

12. Experiminta ScienceCenter, Bockenheim. Hier ist Anfassen nicht erlaubt, sondern Pflicht: Rund um Hebel, Strom, Klang und optische Täuschungen experimentieren sich Kinder durch vier Etagen — ideal für die Altersspanne, in der Museen sonst „langweilig" sind. Anreise über die Bockenheimer Warte. Kosten für vier: rund 40 Euro. Beste Zeit: gleich zur Öffnung, dann sind die beliebtesten Stationen frei.

Drei Regeln, die jeden Ausflugstag besser machen

Erstens: Der Proviant entscheidet über die Laune. Fast alle zwölf Ziele erlauben mitgebrachtes Essen, und der Unterschied zwischen einem gelungenen und einem zähen Tag ist erstaunlich oft ein Rucksack mit Broten, Obst und großen Wasserflaschen — nicht nur der Kosten wegen, sondern weil hungrige Kinder keine Warteschlangen aushalten. Zweitens: Rückweg vor Höhepunkt planen. Der klassische Ferienfehler ist der überzogene Nachmittag; wer die Heimfahrt ansetzt, solange alle noch gut gelaunt sind, hat morgen wieder motivierte Mitreisende. Drittens: Wetterfenster ernst nehmen. Die Taunusziele sind nach Gewittern matschig, die Freibäder vor Hitzetagen ab mittags voll — die Ziele dieser Liste sind austauschbar genug, um kurzfristig umzuplanen, und genau dafür ist sie gebaut.

Wer mag, führt nebenbei eine kleine Ferienkasse: Die Erfahrung zeigt, dass die Erinnerungen der Kinder am Ende erstaunlich wenig mit den Ausgaben korrelieren. Der Gratistag an der Nidda schlägt in der Rückschau regelmäßig den teuersten Parkbesuch — eine tröstliche Erkenntnis für alle, deren Ferienbudget im August dünner wird.

Eine Familie mit Fahrrädern fährt von hinten über den Uferweg entlang der Nidda im warmen Abendlicht.
04Nidda-Uferweg, 19:10 Uhr— Der schönste Ferientag endet oft flussabwärts: Rückenwind, Abendlicht und müde, zufriedene Beine.Foto: Zeit Frankfurt

Zwölf Ziele, sechs Wochen — das lässt Luft für Wiederholungen, und genau die sind oft das Beste an den Ferien: das zweite Mal Brentanobad, die dritte Runde an der Nidda, der Zoo, den man schon auswendig kennt. Kinder brauchen keine tägliche Sensation, sie brauchen Tage mit Rhythmus und Eltern ohne Blick auf die Uhr. Alles, was diese Liste dazu beitragen kann, ist der Anfang: eine Richtung für morgen früh.

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